Dr. Siegfried Seidl (geboren am 24. August 1911 in Tulln) wurde im Herbst 1941 vom Reichssicherheitshauptamt (RSHA) beauftragt, in der Garnisonsstadt Theresienstadt ein Ghetto für Jüdinnen und Juden einzurichten. Bis Juli 1943 war Seidl Kommandant des Ghettos, danach des KZ Bergen-Belsen, und ab Frühjahr 1944 war er mitverantwortlich für die Deportationen ungarischer Jüdinnen und Juden.

Im Ghetto Theresienstadt folgten Seidl die Österreicher Anton Burger (Juli 1943 bis Februar 1944) und Karl Rahm (Februar 1944 bis Anfang Mai 1945) als Kommandanten. Seidl wurde vom Wiener Landesgericht zum Tode verurteilt und im Februar 1947 gehängt. Burger wurde zwar nach 1945 verhaftet, konnte jedoch fliehen und lebte danach – vermutlich unter einem falschen Namen – in Deutschland oder Österreich. Rahm wurde 1947 zum Tode verurteilt und hingerichtet.