Der Rassismus als eine der Säulen der NS-Ideologie legitimierte die Zwangsarbeit von den als »minderwertig« betrachteten Völkern. Waren in den ersten Wochen und Monaten nach der Eroberung Polens noch Freiwillige nach Deutschland zur Arbeit gekommen, so änderte sich das durch die von der deutschen Besatzungsmacht ergriffenen Zwangsmaßnahmen schnell. Eine spezielle »Polengesetzgebung« sicherte die Verfügbarkeit der zivilen polnischen Arbeitskräfte und sorgte für deren besondere Diskriminierung durch straf- und arbeitsrechtliche Erlasse. Diese wurden später für jede Nationalität von ZwangsarbeiterInnen abgewandelt. Nach der deutschen Niederlage vor Moskau wurde unter dem Druck des Arbeitskräftemangels trotz ideologischer rassistischer Bedenken der »Russeneinsatz« beschlossen. Nachdem man 1941 60 % der 3,350.000 sowjetischen Kriegsgefangenen hatte verhungern lassen, begann im Februar 1942 der Masseneinsatz der noch lebenden Kriegsgefangenen. Wegen ihres schlechten Gesundheitszustandes konnten diese vorerst nicht wie vorgesehen in der Rüstungsindustrie verwendet werden. Sie wurden daher in die Landwirtschaft umdirigiert. Um dennoch sofort weitere Arbeitskräfte für die Industrie zu bekommen, ging man zur gewaltsamen Aushebung von sowjetischen ZivilarbeiterInnen über. Im Februar und April 1942 wurde analog zu den Polenerlassen vom März 1940 eine entsprechende rassistische Behandlung der sowjetischen ZivilarbeiterInnen in den so genannten »Ostarbeiter-Erlassen« beschlossen.
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